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TWIST Anarchie im Tanzsaal Wohl jeder kennt den Twist aus den Sixties. Doch kaum einer weiß, daß schon Ende des 19. Jahrhunderts auf amerikanischen Plantagen in den Arbeitspausen öfters mal getwistet wurde. Aber den weltweiten Siegeszug trat der Twist wohl mit Chubby Checkers Hitparadenstürmern „The Twist“ (1960) und „Let’s Twist Again“ (1961) an. Die New Yorker Promiszene traf sich Anfang der sechziger Jahre in der Peppermint Lounge, der hipsten Bar im Big Apple, und verbog sich zu ‚Joey Dee & The Starliters’ die Wirbelsäule.
Rock & Roll war Rebellion gewesen und das bewegte Becken hierbei praktisch eine Aufforderung zum Sex. Beim Twist kam der Hüftschwung eine ganze Ecke naiver daher. Im Gegensatz zu den starren Benimmregeln auf dem Tanzparkett der Fifties mit festgelegten Schrittfolgen in aufrechter Tanzhaltung hatte die breite Masse ein Nachholbedürfnis an Bewegungsfreiheit. Es war die Freude an einem lockeren Körpergefühl gepaart mit der Lust am Verrücktsein - Twist & Shout! Die einfachen Bewegungen mußten nicht erlernt werden, sondern schienen von Natur aus angeboren zu sein. Der Twist schlug deshalb ein wie eine Bombe. Generationsübergreifend twistete der Opa mit der Enkelin, in nachmittäglichen US-TV Shows tanzten Teenies um die besten Plätze.
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Madison, Mashed Potatoe, The Fly, The Hucklebuck, The Elephant und Hully Gully waren Partytänze, die dem Twist auf dem Fuße folgten. Der „Monkey“ gab die Erlaubnis dazu, sich zum Affen zu machen. Das paarweise Tanzen war nicht mehr zwingend. Mit dem heute immer noch populären Twist begann eine neue Freiheit auf der Tanzfläche, die mit den Beatniks und Hippies dann konsequent weiterverfolgt wurde. Im Rausch und in der Trance wurde das Tanzen von jedweder vorgegebenen Struktur losgelöst. Jerry Jenkins, Oktober 2009
Filmausschnitte "Twist Around The Clock" (USA 1961)
Trailer "Twist" Dokufilm von Ron Mann (Canada 1992) erhältlich bei amazon.ca
Twist Dancing - Hindi Style 1966
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