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DER EINTÄNZER oder: wie einst Billy Wilder in Berlin „Anzahlung beim ersten Schneider, Kurfürsten-damm, auf einen Anzug dunkelblau, fein gemustert, zweireihig, sechs Knöpfe, breite Hose, das Neueste: drei Krawatten, ein Paar schwarze Halbschuhe, vier Frackhemden…” so schlug sich einst der junge Billy Wilder als Eintänzer durch das Berlin der zwanziger Jahre. Ein Freund verhilft ihm zu dieser Anstellung im Hotel Adlon, als er sich gerade schon auf eine Nacht im Bahnwartesaal einstellt, weil seine Taschen leer sind und er seiner Wirtin die Rechnung für sein Zimmer nicht mehr zahlen kann. Stattdessen verbringt er nun die Nächte im Tanzsaal, wo „schlankbeinige Frauen, an kleinen Tischen Mokka schlürfend“ auf ihn warten, damit er sie zum Tanz auffordert.
Und nun trifft man ihn wieder den modernen Eintänzer, auch Taxi Dancer oder Gentleman Host genannt, auf Tanzpartys in Berlin, bei der Bohème Sauvage oder auf dem HoneyBall. Mit dezentem Schild am Revers fordert er die Damen zum Tanzen auf. Wenn sie das nötige Kleingeld haben, können sie ihn auch den ganzen Abend für sich allein haben… zum Tanzen versteht sich. Aber anders als damals, so Geschäftsführer Roland Waizenegger von der Tanzpartnervermittlung Be My Dancer , geht es den Männern, die hier ihre Dienste anbieten, nicht in erster Linie um das Finanzielle, sondern um die Leidenshaft und die Begeisterung für das Tanzen. Lange Zeit galt Tanzen als unmännlich, so Waizenegger. Doch dieses Männlichkeitsbild wandle sich und daran wirkten auch die Tänzer von be my Dancer mit, allesamt „Männer mit Präsenz“, die wissen, wie man eine Frau für einen Abend oder auch nur für einen Tanz glücklich macht. Na dann ... „Sie tun mir eigentlich leid, dass sie da so schuften müssen.“ „Ach ein Vergnügen mit der Gnädigsten tanzen zu dürfen.“ Klaudia Reinken, November 2008 Zitate aus: Billy Wilder: Der Prinz von Wales geht auf Urlaub. Berlin 1996, FANNEI&WALZ Verlag. |